Datenschutz
Datenklau bei Schüler VZ
Über 1 Millionen Datensätze mit detaillierten Profilinformationen von Schülern und Schülerinnen wurden gestern auf der Internetplattform “Schüler VZ” geklaut. Datenmissbrauch der Superlative.
Mit Hilfe eines Crawler wurden die Profile aufgerufen und dann herunter geladen bzw. kopiert. Die gestohlenen Daten beinhalten Name, Schule, Geschlecht, Alter und Profilfoto der meist minderjährigen Nutzer.
Die Internet-Plattform “Schüler-VZ” bestätigt den Datenklau, betont aber, dass keine Daten wie Postadressen, E-Mail-Adressen, Zugangsdaten, Telefonnummern oder Fotoalben einsehbar gewesen seien.
Man hätte umgehend die Datenschutzbehörden informiert. Aus einer internen Quelle des VZ-Netzwerkes heisst es:
Der Täter ist bekannt, er ist selber Nutzer unseres Netzwerk
Zu den “VZ”-Netzwerken gehören die Plattformen “SchülerVZ”, “StudiVZ” und “MeinVZ” der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.
Auf der Webseite von “SchülerVZ” wird versprochen:
Darauf kannst du dich verlassen:
* Du allein bestimmst, wer deine persönlichen Daten sehen darf. Unter Meine Privatsphäre kannst du z.B. einstellen, dass nur deine Freunde dein vollständiges Profil sehen können.
* Deine persönlichen Daten sind auf unseren Servern (den Speicherorten für diese Daten) bestmöglich geschützt. Sie können z.B. nicht von Suchmaschinen wie Google ausgelesen werden und tauchen somit nicht außerhalb vom SchülerVZ auf.
* Für uns gilt das deutsche Datenschutzrecht. Das ist besonders streng und wir nehmen es sehr ernst.
Ach ja, darauf verlassen? Stellt sich die Frage, wer hat Interesse an persönlichen Daten und Fotos von Minderjährigen?!
Datenpanne beim Finanzdienstleister AWD
Wie heute bekannt wurde, sind 27.000 Kunden-Daten des Finanzdienstleisters AWD aus Hannover an die Öffentlichkeit geraten. Diese Datensätze beinhalten nicht nur Namen, Adressen und ähnliche persönliche Angaben von AWD-Kunden, sondern auch noch Vertragsdaten wie Lebensversicherungen, Aktienfonds und dergleichen.

Dem Radiosender NDR Info wurden diese brisanten Datensätze zu gespielt. Angeblich seien “keine sensiblen Daten im Sinne des Datenschutze” wie Kontonummern enthalten. Wie alt diese Kunden- und Vertragsdaten wirklich sind, darüber gibt es inzwischen verschiedene Aussagen. Es heisst, es handle sich um veraltete Informationen, oder sie beträfen Verbraucher, die gar nicht mehr Kunde beim Unternehmen seien.
Dazu ein Zitat der AWD-Webseite:
Und wir begleiten Sie – wenn Sie es wünschen – langfristig
Auch ist laut dem Sender unklar, wie die Informationen überhaupt in Umlauf geraten sind. AWD hat bereits am Mittwoch Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
“Die Daten sind mir von einem AWD-Landesdirektor gegeben worden. Der Zweck war einfach, Kundenakquise daraus zu betreiben.” so ein Informant aus dem näheren Umfeld des AWD “Diese Daten wurden als Basis genommen um Kunden zu werben – auch für Versicherungen, Kapitalanlagen und so weiter.”
Zitieren wir dazu doch mal ein paar Zeilen der AWD-Webseite:
Außergewöhnlich hohe Kundenzufriedenheit
Bestimmt werden betroffene Kunden sehr zufrieden sein, denn “sind Daten einmal im Umlauf, kann man sie nicht mehr zurückholen”, so der Landesdatenschutzbeauftragte von Niedersachsen, Joachim Wahlbrink.
Na, dann sind wir mal gespannt darauf, wann die ersten AWD-Kunden von einem Call-Center angerufen werden, weil sie angeblich an einem Gewinnspiel teilgenommen haben.
Internet-Sperre, Online-Durchsuchung und Visa-Warndatei
Die FDP konnte sich in bestimmten Punkten bei den Koalitionsgesprächen zum Thema Innen- und Sicherheitspolitik durchsetzen und mit der CDU einigen.
Die Oline-Durchsuchung von privaten Computern wurde entschärft, diese soll zukünftig nur durch den Bundesgerichtshof angeordnet werden. Auch soll den Geheimdiensten der Zugang zu diesem Instrument verwehrt werden, einzig das BKA soll diese Durchsuchungen vornehmen können.
Die umstrittene Zensur des Internets, unter dem Vorwand der Bekämpfung der Kinderpornografie beschlossen, soll ein Jahr lang nicht angewendet werden und dannach auf den Prüfstand.
Auch einer allgemeinen Visa-Warndatei wurde eine Absage erteilt. In der jetzigen Überlegung sollen nur Personen aufgenommen werden, die bereits wegen Visa-Verstössen bekannt seien.
Hört sich gut an? Mitnichten!
Wenn jemand wegen eines Visa-Verstosses bereits aktenkundig ist, warum sollte eine gesonderte Datei diesbezüglich noch angelegt werden? Internet-Zensur vom Tisch? Nein, verschoben! Und wie heisst es doch so schön? “Verschoben ist nicht aufgehoben.” Online-Durchsuchung abgeschafft? Auch nein, erschwert, aber möglich!
Alles in allem eine typische Politiker Pose, dem Wähler vorzugaukeln, es bewegt sich etwas! Allein der Umstand, das man in der gefeierten 60ig-jährigen Demokratie um den Schutz seiner Bürgerrechte kämpfen muss, zeigt, wohin die Reise geht. Zumal meist von dümmlichen Menschen ins Leben gerufen, die von der Materie kaum oder nur unzureichend Kenntnis haben.
Wie üblich wird die breite Masse wieder abnicken und Politiker werden sich auf die Schulter klopfen, was für tolle “Demokraten” sie doch sind.
Soll ich euch was sagen? Demokraten würden erst garnicht auf die Idee kommen, Meinungen zu zensieren!